Netcup vServer Erfahrungen - Benchmark

Netcup gehört mit rund 50.000 Kunden eher zu den mittleren Hosting-Anbietern in Deutschland. Gegründet wurde die Firma 2008 und spezialisiert sich insbesondere auf das Bereitstellen von virtuellen und dezidierten Servern. In diesem Segment hat Netcup einen sehr guten Ruf und bietet leistungsstarke Angebote zu einem fairen Preis mit einem gutem Service an. In vielen Foren und von vielen Experten werden daher die Angebote von Netcup sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene empfohlen.

Auch ich kann die vServer von Netcup empfehlen. Die Preise sind sehr fair, die Rechenleistung wird garantiert und bisher war ich mit dem Service von Netcup immer zufrieden.

Netcup bietet neben vServern ebenfalls Shared Webhosting an, für alle die keinen eigenen Server betreiben möchten und nur einen PHP + MySQL-Webserver benötigen. Für alle Neukunden gibt es bei Netcup einen 5 Euro Gutschein.

Netcup vServer Benchmark

Wie im Artikel Server-Benchmark mittels sysbench beschrieben, habe ich verschiedene vServer-Angebote bzgl. ihrer Performance getestet. Auf jedem vServer wurden standardisierte Benchmarks ausgeführt, um so die Leistung der CPU, des RAMs und der Festplatte vergleichbar zu machen.

Netcup bietet mit seinen Root-Servern virtuelle Server der neusten Generation an. Getestet wurde ein RS 1000 G7 SE. Dieser verfügt über einen dezidierten Intel Xeon E5-2680 Core, 6 GB dezidierten RAM (DDR4-ECC) sowie 40 GB SSD. Der Preis pro Monat betrug 6,99 Euro pro Monat.

Benchmark – Ergebnis

CPU-Benchmark

Beim CPU-Benchmark werden alle Primzahlen zwischen 1 und 20.000 gesucht, wofür 321.238 mathematische Operationen benötigt werden. Dies führt zu einer hohen Auslastung der CPU:

sysbench --num-threads=1 --test=cpu --cpu-max-prime=20000 run

Der vServer von Netcup benötigte für diesen Test 24,14 Sekunden, dies entspricht 13305 Operationen pro Sekunde und erzielt damit den 1. Platz. Die CPU-Geschwindigkeit ist damit +24% schneller als das zweit schnellste Angebot im Test von Amazon EC2.

Die nachfolgende Tabelle listet alle Anbieter nach der Rechenleistung der CPU.
Anbieter Rechenleistung
Netcup
13305 Operationen / Sekunde     (100%)
Amazon EC2
10754 Operationen / Sekunde     (81%)
Google Cloud
10533 Operationen / Sekunde     (79%)
1&1
10214 Operationen / Sekunde     (77%)
Gridscale
10123 Operationen / Sekunde     (76%)
Linevast
9828 Operationen / Sekunde     (74%)
PHP-Friends
9519 Operationen / Sekunde     (72%)
Hetzner
8923 Operationen / Sekunde     (67%)
DomainFactory
7945 Operationen / Sekunde     (60%)

Die Root-Server Angebote von Netcup verfügen über dezidierte CPU-Kerne. Im Gegensatz zu fast allen anderen Anbietern, sind dies keine virtuellen Cores, deren Leistung sich mit anderen Kunden auf dem Server geteilt werden muss. Ihr könnt euch also sicher sein, dass ihr eine konstant gute CPU-Performance bei Netcup erhaltet.

Netcup bietet ebenfalls vServer (VPS) an. Dies dort angebotenen vServer sind eher Einsteiger vServer und dort erhaltet ihr “nur” virtuelle Cores (vCore). Ist euch eine konstante und hohe CPU-Leistung wichtig, so empfehle ich die Root-Server von Netcup.

RAM-Benchmark

Beim RAM-Benchmark wird die Geschwindigkeit des RAMs gemessen, wenn in diesen 100 GB Daten geschrieben wird:

sysbench --num-threads=1 --test=memory --memory-block-size=1M --memory-total-size=100G run

Die RAM-Geschwindigkeit vom vServer von Netcup betrug im Schnitt 7,90 GB pro Sekunde. Netcup erzielt damit den 4. Platz. Die RAM-Geschwindigkeit ist damit -9% langsamer als das schnellste Angebot im Test von Amazon EC2.

Die nachfolgende Tabelle listet alle Anbieter nach der Geschwindigkeit des RAMs.
Anbieter RAM
Amazon EC2
8,66 GB / Sek.     (100%)
Google Cloud
8,45 GB / Sek.     (97%)
Linevast
8,15 GB / Sek.     (94%)
Netcup
7,90 GB / Sek.     (91%)
1&1
7,75 GB / Sek.     (89%)
Gridscale
7,70 GB / Sek.     (89%)
PHP-Friends
7,35 GB / Sek.     (85%)
Hetzner
7,17 GB / Sek.     (83%)
DomainFactory
6,76 GB / Sek.     (78%)

Netcup setzt bei beiden Tarifen auf ECC-RAM, der vorteilhaft für den Einsatz in Servern ist. Andere Anbieter nutzen leider Desktop-RAM. Dieser ist zwar günstiger, kann in Serveranwendungen aber langsameren Zugriffszeiten führen. Bei den Root-Servern erhaltet ihr schnellen (dezidierten) DDR4-ECC RAM. Die Preiswerteren vServer (VPS) enthalten DDR3-ECC RAM.

Festplatten-Benchmark

Beim Festplatten-Benchmark greift sysbench auf 1024 Dateien mit je 10 MB (d.h. insgesamt 10 GB an Daten) zu. Diese Dateien werden zufällig ausgelesen und überschrieben im Verhältnis 1,5 zu 1. Daraus wird dann eine mittlere Lese- und Schreibgeschwindigkeit berechnet.

# Befehle als root ausführen
sysbench --test=fileio --file-total-size=10G --file-num=1024 prepare
ulimit -n 65000
sysbench --num-threads=1 --test=fileio --file-total-size=10G --file-num=1024 --file-test-mode=rndrw --max-time=300 --max-requests=0 --file-extra-flags=direct --file-fsync-freq=1 run

Der vServer von Netcup konnte im Schnitt 20,36 MB pro Sekunde von der Festplatte lesen bzw. schreiben. Netcup erzielt damit den 1. Platz. Die Festplattengeschwindigkeit ist damit +8% schneller als das zweit schnellste Angebot im Test von 1&1.

Die nachfolgende Tabelle listet alle Anbieter nach der Geschwindigkeit der Festplatte.
Anbieter Durschnittliche Lese- & Schreibgeschwindigkeit
Netcup
20,36 MB / Sek.     (100%)
1&1
18,86 MB / Sek.     (93%)
Linevast
15,34 MB / Sek.     (75%)
Amazon EC2
11,94 MB / Sek.     (59%)
DomainFactory
11,54 MB / Sek.     (57%)
PHP-Friends
6,86 MB / Sek.     (34%)
Google Cloud
1,23 MB / Sek.     (6%)
Gridscale
0,88 MB / Sek.     (4%)
Hetzner
0,39 MB / Sek.     (2%)

Sequentielles Lesen / Schreiben

Beim sequentiellen Festplatten-Benchmark schreiben wir eine 10 GB große Datei auf die Festplatte und anschließend wird diese ausgelesen. Im Gegensatz zum vorherigen Test wird so Performance für Lese- / Schreibvorgänge von großen Dateien gemessen.

dd if=/dev/zero of=./test.file bs=1M count=10000 oflag=direct
dd if=./test.file of=/dev/null bs=1M count=10000

Der vServer von Netcup konnte im Schnitt 740,2 MB pro Sekunde von der Festplatte lesen und 665,2 MB pro Sekunde auf die Festplatte schreiben. Netcup erzielt damit den 2. Platz bzgl. der Lesegeschwindigkeit und den 1. Platz bzgl. der Schreibgeschwindigkeit.

Die nachfolgende Tabelle listet alle Anbieter nach der sequentiellen Lesegeschwindigkeit der Festplatte.
Anbieter Lesegeschwindigkeit (große Dateien)
DomainFactory
778,0 MB / Sek.     (100%)
Netcup
740,2 MB / Sek.     (95%)
Linevast
405,0 MB / Sek.     (52%)
1&1
227,0 MB / Sek.     (29%)
Hetzner
176,0 MB / Sek.     (23%)
PHP-Friends
127,3 MB / Sek.     (16%)
Gridscale
106,0 MB / Sek.     (14%)
Amazon EC2
64,4 MB / Sek.     (8%)
Google Cloud
28,0 MB / Sek.     (4%)
Die nachfolgende Tabelle listet alle Anbieter nach der sequentiellen Schreibgeschwindigkeit der Festplatte.
Anbieter Schreibgeschwindigkeit (große Dateien)
Netcup
665,2 MB / Sek.     (100%)
Linevast
425,0 MB / Sek.     (64%)
DomainFactory
404,0 MB / Sek.     (61%)
Hetzner
343,0 MB / Sek.     (52%)
1&1
304,0 MB / Sek.     (46%)
PHP-Friends
187,7 MB / Sek.     (28%)
Gridscale
106,0 MB / Sek.     (16%)
Amazon EC2
64,4 MB / Sek.     (10%)
Google Cloud
28,0 MB / Sek.     (4%)

Der große Vorteil an dem Netcup-vServer-Setup ist, dass die SSD-Festplatten direkt angesprochen werden. Dies führt zu einer schnellen Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Bei einigen anderen Anbietern, die ebenfalls mit SSD-Festplatten werben, dienen SSD-Festplatten nur als Puffer vor einem Array von gewöhnlichen Festplatten (HDD). Daten werden auf den SSD-Festplatten nur zwischengespeichert, müssen dann aber auf die Festplatte geschrieben werden. Dies spart dem Webhoster einiges an Geld, da deutlich weniger SSD-Festplatten benötigt wird. Ist eine Datei allerdings auf dem SSD-Puffer nicht vorhanden, muss diese von der deutlich langsameren HDD gelesen werden.

Bei den vServer (VPS) Angeboten von Netcup sind zur Zeit nur SAS-Festplatten enthalten. Diese dürften eine deutlich langsamere Lese- und Schreibgeschwindigkeit liefern.

Tarifangebot

Netcup bietet sowohl vServer (VPS) als auch Root-Server an. Die Namensgebung ist etwas verwirrend. Bei beiden Kategorien handelt es sich um virtuelle Server (vServer). Die Root-Server sind von der Ausstattung etwas moderner als die vServer (VPS), daher vom Preis auch etwas teurer. Die vServer (VPS) sind ausgestattet mit DDR3-RAM, virtuellen Cores und SAS-Festplatten. Die Root-Server besitzen dagegen DDR4-RAM, echte (dezidierte) Cores und es werden sowohl SAS- als auch SSD-Festplatten angeboten.

Für den Einstieg, wenn hohe Leistung nicht entscheidend ist, kann ich die vServer (VPS) empfehlen. Wird eine gute Leistung benötigt, empfehle ich die Root-Server von Netcup.

Einsteiger vServer (VPS)-Angebote
Netcup vServer

Root-Server Angebote für höhere Ansprüche
Netcup Root-Server

 

Positive Aspekte

Dezidierte CPU-Cores
Die Root-Server verfügen über dezidierten CPU-Cores, d.h. ihr könnt auch auf eine konstante Performance verlassen. Viele andere Hoster bieten nur virtuelle Cores (vCores) an, deren Leistung zum Teil durch Überbuchung nicht mal garantiert werden kann. Die vServern (VPS) enthalten virtuelle Cores, deren Leistung ist allerdings garantiert.

Garantierter RAM
Der RAM ist beim Netcup garantiert und muss nicht mit anderen Kunden geteilt werden.

Echte SSD-Festplatten
Bei den Root-Servern kann man wählen zwischen SAS- und SSD-Festplatten. Hierbei handelt es sich um echten SSD-Festplattenspeicherplatz. Einige andere Anbieter bewerben zwar SSD-Festplatten, nutzen aber SSD nur zum Zwischenspeichern. Größere Dateien müssen dennoch von langsameren Festplatten gelesen werden.

Hardware RAID
Daten werden redundant auf zwei Festplatten geschrieben. Dies erfolgt mittels schnellem Hardwarraid-System. Dies bietet eine ideale Lese- und Schreibgeschwindigkeit sowie einen guten Schutz gegen Datenverlust.

Snapshots
Bei Netcup lassen sich vom vServer Snapshots erstellen. Per Snapshot kann man eine exakte Kopie des vServers erstellen und bei Bedarf diese zurückspielen. Die Anzahl der Snapshots ist nur durch den freien Festplattenspeicher limitiert.

30-Tage Geld zurück Garantie (nur Root-Server)
Ihr könnt den Server 30 Tage lang testen und ohne Angabe von Gründen innerhalb dieser Zeit euer Geld zurück erhalten. Die Rückerstattung hat bei mir problemlos geklappt. Dadurch könnt ihr gefahrlos die Qualität von Netcup ausprobieren. Achtung, diese Grantie scheint es nur bei den Root-Servern zu geben.

Neutrale & Negative Aspekte

Laufzeit
Die Mindestlaufzeit beträgt 1 Monat, in diesem Fall sind die Angebote allerdings etwas teurer pro Monat. Nur wenn man eine 12 Monate-Laufzeit wählt, erhält man die günstigen Preise die auf der Übersichtsseite dargestellt werden.



Disclaimer

Trotz sorgfältiger Prüfung kann für die Korrektheit der Informationen nicht garantiert werden. Insbesondere ändern sich die Preise und die Leistungsdetails bei den Anbietern regelmäßig oder es finden zeitlich begrenzte Sonderaktionen statt. Die dargestellten Informationen auf dieser Seite und die dargestellten Preise zu den verschiedenen Tarifen können also durchaus veraltet oder falsch sein. Es gelten nur die Preise und Bedingungen die ihr auf den jeweiligen Webseiten der Anbieter findet. Etwaige Rechtsansprüche sind ausgeschlossen. Sollte euch ein Fehler oder eine veraltete Information auffallen, dann schreibt bitte eine E-Mail an info@webhosterwissen.de und diese wird schnellst möglich behoben. Mit eurer Hilfe kann ich so die Informationen hier so aktuell wie möglich halten.

Ich habe versucht die verschiedenen Anbieter so objektiv wie möglich zu beurteilen, basierend auf den gemessenen Werten zu Erreichbarkeit und Ladezeit. Dabei habe ich keinen Anbieter gezielt bevorzugt oder benachteiligt, sondern jeder Anbieter wird im exakt gleichen Setting getestet. Die Artikel enthalten zum Teil meine persönliche Meinung, beispielsweise bei der Beurteilung verschiedener Tarife. Dies ist meine persönliche, subjektive Meinung basierend auf 10 Jahren Erfahrung im Bereich Webentwicklung. Bei Anmerkungen, Anregungen oder Fragen gerne eine E-Mail schreiben.