Wichtigste Kriterien für guten Webspace

Gutes Webhosting ist das Herzstück einer jeden erfolgreichen Webseite. Egal ob ihr fertige Content-Management-Systeme wie WordPress nutzt oder das hier erworbene Wissen verwendet, um eure eigene Website zu entwickeln, ihr benötigt Webspace damit eure Seite im Internet abrufbar ist. Guten Webspace zu finden ist bei der Vielzahl der Angebote aber leider nicht leicht. Manche Angebote haben nicht alle notwendigen Features, andere Angebote lauf auf langsamen Servern die dazu neigen häufig auszufallen: Ein Ärgernis für euch und jeden eurer Besucher.

Leider ist die Qualität der Anbieter extrem unterschiedlich und die Mehrzahl der Anbieter ist nicht zu empfehlen. Webspace ist ein Massengeschäft, d.h. viele Anbieter versuchen möglichst viele Kunden auf einem Server unterzubringen. Da die technische Wartung der Server teuer ist, wird diese ebenfalls so stark wie möglich reduziert. Das Resultat in vielen Fällen: Langsam ladende Webseiten, da zu viele Kunden sich den selben Server teilen, oder gar ständige Serverausfälle und eure Seite ist gar nicht erreichbar.

Zu erkennen, welcher Anbieter wirklich gut ist, ist leider nicht leicht. Selbst für mich, mit über 10 Jahren Erfahrung im Bereich Webentwicklung und dutzenden Kundenprojekten, finde es schwierig, passende Angebote und Anbieter auszuwählen. Aus diesem Grund habe ich im Mai 2016 begonnen, objektiv und unabhängig die Qualität von verschiedenen Anbietern zu messen und vergleichbar zu machen.

Ergebnisse im Überblick

Die zwei mit Abstand wichtigsten Eigenschaften von gutem Webspace ist die Erreichbarkeit und durchschnittliche Ladezeit des Angebots. Wie in unserem Artikel beschrieben, habe ich hierzu eine typische Website bei verschiedenen Anbietern hochgeladen und messe jede Minute, ob diese Seite zu erreichen ist und was die Ladezeit der Seite war. Die Ergebnisse im folgenden zeigen euch den großen Unterschied zwischen den Anbietern.

Platz Anbieter Erreichbarkeit % Langsame Anfragen Ø Antwortzeit
1
99,97%
Ø 15 Minuten Ausfallzeit je Monat
0,49% 0,20 Sek. Zum Test Zum Anbieter
2
99,95%
Ø 20 Minuten Ausfallzeit je Monat
0,29% 0,16 Sek. Zum Test Zum Anbieter
3
99,86%
Ø 60 Minuten Ausfallzeit je Monat
1,37% 0,47 Sek. Zum Test Zum Anbieter
4
99,85%
Ø 64 Minuten Ausfallzeit je Monat
1,57% 0,16 Sek. Zum Test Zum Anbieter
5
99,82%
Ø 78 Minuten Ausfallzeit je Monat
0,72% 0,45 Sek. Zum Test Zum Anbieter
6
99,71%
Ø 124 Minuten Ausfallzeit je Monat
1,47% 0,23 Sek. Zum Test Zum Anbieter
7
99,67%
Ø 141 Minuten Ausfallzeit je Monat
1,80% 0,40 Sek. Zum Test Zum Anbieter

Ich habe hierbei ausschließlich Anbieter mit guten Ruf getestet, die bekannt sind für gutes Webhosting und die ich mehr oder weniger alle empfehlen kann. Anbieter mit schlechten Ruf sowie Billiganbieter habe ich erst gar nicht getesten und kann von diesen auch nur abraten.

Auch bei den qualitativ hochwertigen Anbietern gibt es Unterschiede: Während der beste Anbieter, 1&1, eine Erreichbarkeit von 99,97% hat, hat der schlechteste Anbieter, DomainFactory, eine Erreichbarkeit von nur 99,67%. Der Unterschied hört sich nicht viel an, bedeutet aber dass beim besten Anbieter im Durchschnitt die Seite nur für 15 Minuten offline ist, während beim schlechtesten Anbieter die Seite für 141 Minuten im Monat nicht zu erreichen ist.

Shared Hosting, vServer, dedicated Server? – Die Grundlagen

Um eure Website online zu bekommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Shared-Hosting: Der Anbieter betreibt einen PHP fähigen Server und stellt euch als Kunde eine gewisse Menge an Speicherplatz und Ressourcen zur Verfügung. Dieser Server wird dabei von mehreren Kunden (mit unterschiedlichen Domains) genutzt und die Ressourcen geteilt. Die notwendige Software ist bereits installiert und wird vom Betreiber verwaltet.
  • Virtuelle Server (vServer): Auf dem Server läuft ein virtuelles Betriebssystem (zumeist Linux) und ihr könnt auf diesem beliebige Software installieren. Hier müsst ihr einen Webserver und PHP allerdings selber installieren.
  • Dedicated Server: Hier erhaltet ihr einen eigenen Server im Rechenzentrum und könnt beliebige Software installieren. Die Rechenleistung des Servers gehört euch allein.
  • Managed Server: Ähnlich wie bei Dedicated Server erhaltet ihr hier einen eigenen Server. Allerdings übernehmen die Systemadministratoren des Anbieters das Management des Servers und stellen sicher, dass der Server reibungslos läuft. Solche Angebote kosten oft mehrere hundert Euro pro Monat und ist nur zu empfehlen für sehr besucherstarke Seiten (ab 250.000 Seitenaufrufe im Monat).

Ich kann jedem nur stark empfehlen auf Shared-Hosting-Angebote zu setzen oder bei ausreichend Budget auf einen eigenen Managed Server (). Die Verwaltunge von virtuellen und dezidierten Servern ist sehr aufwendig und dies sollte man hauptberuflichen Systemadministratoren überlassen.

Der große Vorteil an Shared-Hosting-Angeboten ist, dass die komplette Software bereits installiert und konfiguriert ist. Ebenso kümmert sich der Anbieter um Software-Aktualisierungen und überwacht den Server auf Schwachstellen und auf Angriffe. Damit sind die Angebote absolut einsteigerfreundlich und machen eigentlich keine Arbeit. Da mehrere Kunden den Server nutzen, fangen die Preise ab wenigen Euro pro Monat an. Selbst nach über 10 Jahren professioneller Web-Entwicklung setze ich selber hauptsächlich Shared-Hosting-Angebote. Auch PHP-Einfach.de mit rund 150.000 Seitenaufrufen im Monat läuft auf einem Shared-Hoster.

Was sollte ein gutes Shared-Hosting-Angebot können?

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Das Angebot an Shared-Hosting-Angebote ist sehr unübersichtlich und die Seiten der Anbieter protzen mit vielen Details und Features. Die meisten sind aber absolut unnötig und dienen nur dem Marketing. Kein Mensch braucht z.B. 50.000 E-Mail-Adressen, also könnt ihr problemlos auch den Hoster nehmen der “nur” 10.000 E-Mail-Adressen anbietet. Und selbst diese braucht ihr nicht, wenn es hoch kommt vielleicht 1 – 50 E-Mail-Adressen.

Die wichtigsten Eigenschaften eines Webspaces werden dabei nie erwähnt:

  • Erreichbarkeit: Auf Grund von Ausfällen und Überlastungen kann eure Webseite nicht erreichbar sein. Dies ist natürlich sehr ärgerlich für eure Besucher, wenn eure Seite regelmäßig nicht aufrufbar ist. Manche Anbieter sind in diesem Punkt extrem gut und haben eine Verfügbarkeit von fast 100%. Bei anderen Anbietern, gerade aus dem Billigsegment, lassen sich aber extrem häufige und zum Teil auch mehrstündige Ausfälle feststellen.
  • Rechenkapazitäten: Bei Shared Hosting Angeboten teilen sich mehrere Kunden einen Server, dementsprechend muss die Rechenkapazitäten (CPU&RAM) geteilt werden. Sind zu viele Kunden auf einem Server oder ist die Hardware zu alt, dann kann es zu sehr langsamen Ausführungszeiten eurer Scripts kommen und somit zu einem langsamen Seitenaufbau.
  • Datenanbindung: Die Netzwerkanbindung der Rechenzentren an die zentralen Internet-Knotenpunkte in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Manche Anbieter haben viele gute und schnelle Anbindungen, manche nur wenige oder sogar nur eine einzige. Ist die Anbindung des Rechenzentrums zu schlecht, dann führt dies zu langsamen Übertragungszeiten. Gerade bei größeren Datenmengen wie Bilder, Videos oder Dateien, kann dies sehr störend sein. Große Anbieter werben oft mit großen Zahlen bei der Datenanbindung, z.B. 1&1 mit 360 GBit/s. Diese Zahl ist allerdings wenig aussagekräftig, da große Rechenzentren selbstverständlich eine größere Datenanbindung brauchen als kleinere.
  • Backups: Ein Datenverlust kann sehr ärgerlich sein und viel Arbeit für euch bedeuten. Deswegen sollte der Anbieter idealerweise täglich ein Backup erstellen und mehrere Wochen für euch aufbewahren. Dieser Punkt ist bei den Anbietern sehr unterschiedlich. Manche Anbieter, z.B. DomainFactory speichert Backups nur für 3 Tage. Hier müsst ihr also verdammt schnell den Datenverlust feststellen. Andere Anbieter, z.B. Strato, speicher Backups für bis zu 4 Wochen.

Auf den Websites der Webhosting-Anbieter findet ihr oftmals die folgenden Werbebotschaften:

  • Speicherplatz: Für die meisten Websites reichen ein paar Gigabytes, sofern ihr nicht große Bilder, Videos oder Dateien abspeichern wollt. Unsere Seite mit rund 150 Unterseiten benötigt ca. 100 MB Speicherplatz für Dateien & Bilder sowie 25 MB für die Datenbank. Unser Forum benötigt ca. 60 MB Datenbank-Speicherplatz für gut 100.000 Forenbeiträge. Insgesamt komme ich auf 500 MB für PHP-Einfach.de, das Forum PHP-Support.de und noch einige weitere Testprojekte oder Kundenwebsites. Wie ihr seht, sind 10GB eigentlich mehr als ausreichend. Ab 1000 hochauflösenden Bildern braucht ihr unter Umständen mehr Speicherplatz. Lasst euch also nicht vom Marketing beirren, wenn es mit 500GB statt 250GB wirbt, mehr als 1GB habe ich bisher für keins meiner zahlreichen Webprojekte benötigt.
  • Anzahl Datenbanken: Tendenziell reicht eine Datenbank vollkommen aus. Wenn ihr mehrere Projekte auf dem Server laufen lasst, können mehrere Datenbanken für die Übersicht nützlich sein. Als Daumenregel würde ich 1 Datenbank je Webprojekt veranschlagen. Selten habe ich mehr als insgesamt 5 Datenbanken bei einem Anbieter benötigt. Auch hier ist es egal, ob der Anbieter nun mit 1000 oder 5000 möglichen Datenbank wirbt, ihr werdet sie eh nicht brauchen.
  • Domains: Die Anzahl an Inklusivdomains sollte kein Entscheidungsgrund für oder gegen einen Anbieter sein. Man kann problemlos weitere Domains bestellen, Kostenpunkt ca. 0,40 – 0,99 Euro pro Monat für .de-Domains. Größere Pakete mit mehr Inklusivdomains können aber preislich interessant sein.
  • E-Mail: Die meisten Angebote kommen mit einer Mail-Funktion, so dass ihr E-Mail-Adressen der Form [email protected] einrichten könnt. Wie viel Speicherplatz und wie viele E-Mail-Adressen ihr benötigt hängt von euch ab, manche nutzen weiterhin ihre private E-Mail-Adresse bei GMX oder GMail, andere nutzen die angebotenen E-Mail-Funktionen des Webspace. Wenn ihr die E-Mail-Funktion wirklich nutzen wollt, solltet ihr mit 1 – 10 GB pro Postfach rechnen.

Neben den Werten der Erreichbarkeit und Ladezeit sollte euer Webspace-Angebot auch gewisse technische Features umfassen, damit ihr dort problemlos ein breites Spektrum an Webanwendungen laufen lassen könnt. Für professionelle Websites halte ich die folgenden Features für wichtig:

  • PHP7: Im Gegensatz zu PHP5 ist PHP7 fast um das doppelte schneller. Wählt ihr heute einen Anbieter, dann sollte dieser auf alle Fälle PHP7 unterstützen. Ein weiteren Geschwindigkeitsboost kann die Cache-Engine OPcache geben. Hierbei werden eure PHP Script kompiliert und im Cache bereit gehalten.
  • MySQL 5.6 und InnoDB: Der Anbieter sollte eine moderne MySQL-Datenbank (z.B. 5.6 oder neuer) sowie die Speicherengine InnoDB anbieten. Manche Anbieter unterstützen nur alte MySQL-Versionen oder die veraltete Speicherengine MyISAM.
  • SSL-Zertifikat: Um Daten über eine verschlüsselte https-Verbindung zu senden muss auf dem Server ein SSL-Zertifikat installiert sein. Bei manchen Anbietern ist dieses bereits kostenlos enthalten, bei anderen Anbietern kann man es für ein paar Euro im Monat dazukaufen. Aber leider gibt es Anbieter und Tarife, die dieses gar nicht unterstützen oder gegen extrem hohe Gebühren anbieten.
  • Cronjobs: Mittels Cronjobs lassen sich regelmäßige Aufgaben wie z.B. das Erstellen eines nächtlichen Backups oder das Versenden eines Newsletters bequem steuern. Leider unterstützen nicht alle Anbieter dieses in ihren Tarifen, insbesondere fehlt es in vielen Einsteiger-Tarifen.

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Disclaimer

Trotz sorgfältiger Prüfung kann für die Korrektheit der Informationen nicht garantiert werden. Insbesondere ändern sich die Preise und die Leistungsdetails bei den Anbietern regelmäßig oder es finden zeitlich begrenzte Sonderaktionen statt. Die dargestellten Informationen auf dieser Seite und die dargestellten Preise zu den verschiedenen Tarifen können also durchaus veraltet oder falsch sein. Es gelten nur die Preise und Bedingungen die ihr auf den jeweiligen Webseiten der Anbieter findet. Etwaige Rechtsansprüche sind ausgeschlossen. Sollte euch ein Fehler oder eine veraltete Information auffallen, dann schreibt bitte eine E-Mail an [email protected] und diese wird schnellst möglich behoben. Mit eurer Hilfe kann ich so die Informationen hier so aktuell wie möglich halten.

Ich habe versucht die verschiedenen Anbieter so objektiv wie möglich zu beurteilen, basierend auf den gemessenen Werten zu Erreichbarkeit und Ladezeit. Dabei habe ich keinen Anbieter gezielt bevorzugt oder benachteiligt, sondern jeder Anbieter wird im exakt gleichen Setting getestet. Die Artikel enthalten zum Teil meine persönliche Meinung, beispielsweise bei der Beurteilung verschiedener Tarife. Dies ist meine persönliche, subjektive Meinung basierend auf 10 Jahren Erfahrung im Bereich Webentwicklung. Bei Anmerkungen, Anregungen oder Fragen gerne eine E-Mail schreiben.